Im Laufe unseres Lebens wirken eine unglaubliche Menge von Eindrücken und Erfahrungen auf uns ein. Manche davon können sehr belastend für uns sein und später noch werden. Daher ist gut, loslassen zu lernen.

Denn: Ob bewusst oder unbewusst kann es passieren, dass sie sogar unsere Einstellung zu bestimmten Lebensfragen verändern. Ohne es zu merken, schleichen sich Verhalten ein, die unser Leben mehr oder minder beeinträchtigen. Es kann sogar sein, dass wir dann jahrelang Verletzungen, Enttäuschungen oder traumatische Erfahrungen mit uns rumtragen. 

Da hilft ein lockerer Spruch wie „Lass doch einfach los“ nichts. Aber das Gute: Es geht!

Doch vorerst noch die Frage:

Woran merkt du, ob du nicht loslassen kannst?

Das sind einige der Symptome:

  • Du wirst von Angstzuständen befallen bis hin zu Panikattacken
  • Es findet ein sozialer Rückzug statt
  • Du hast schlechte Verhaltensmuster entwickelt
  • Du grübelst oft über Dinge
  • Dich treibt eine innere Unruhe
  • Du hast die Freude am Leben (fast) verloren
  • Körperliche Symptome wie: Kopf-, Bauchschmerzen, Schlafstörungen 

Wie du siehst, ist Loslassen lernen überaus entscheidend für unsere Gesundheit und Wohlbefinden.

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Welchen Grund gibt es dafür, dass du nicht loslassen kannst?

Wenn wir nicht loslassen lernen konnten, steckt meistens ein Grund dahinter, z.B.:

  • Wurdest du betrogen oder angelogen?
  • Hat dich jemand sitzengelassen?
  • Bist du Opfer von körperlicher oder psychischer Misshandlung?
  • Wurdest du dermaßen ungerecht behandelt?
  • Hattest du traumatische Erlebnisse in der Kindheit?
  • Wurdest du ausgegrenzt, gemobbt, z.B. in der Schule, Familie, Beruf?
  • Warst du für deine Eltern, Familie nicht gut genug?
  •  Warst du für jemand wichtigem in deinem Leben „nichts wert“?

Obwohl die auslösende Situation (Krise, Trauma) schon vorbei ist, verharren wir noch in dieser Starre. Wir schaffen es nicht und bleiben gedanklich gefangen.  Es kann sogar soweit gehen, dass wir uns regelrecht dagegen sträuben, auszubrechen. Sogar dann, wenn uns nahestehende Menschen uns dabei helfen möchten, damit es uns wieder besser geht.

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Was sind die Ziele von Loslassen lernen?

Es geht darum, die Sachen und auch Menschen aus unserem Leben zu verabschieden, die uns Energie rauben, weil unsere destruktiven Gedanken um sie kreisen. Dadurch verharren wir in der Vergangenheit und verbauen uns unser Glück für die Zukunft. Es hindert uns daran, endlich frei und glücklich zu sein.
Das Ziel ist es zu erkennen, dass die damalige Situation vorbei ist und wir bewusst aus dieser heraustreten können.

Was können wir also tun, damit es uns wieder besser geht?

Loslassen lernen heißt:

  • zu akzeptieren, dass in deinem Leben etwas Schlimmes vorgekommen ist, obwohl du es nicht wolltest
  • hinzunehmen, dass du damals nichts dagegen unternehmen konntest (es war, wie es war)
  • zu verstehen, dass du dir (und evtl. Anderen) schadest, wenn du immer noch in der alten Situation verhaftet bleibst
  • Du JETZT sofort etwas unternehmen kannst, um ein glücklicheres Leben zu führen

Loslassen lernen: 10 Tipps und Übungen

1. Die Ursachen erkennen

Nimm dir die Zeit und erkunde, woher dieses beklemmende Gefühl herkommt. Was ist die Ursache? Wenn du dir nicht genau sicher bist, überlege, nach welchen Situationen du dich so fühlst.  Woher kommt es? Schreibe deine Gedanken auf. Gehe immer weiter in deiner Vergangenheit zurück, bis du zum Ursprung kommst.

2. Negative Emotionen zulassen

Überlaube deinen Emotionen hoch zu kommen. Emotionen müssen verarbeitet werden. Sie zu unterdrücken, kann dir nur schaden und Bewusst werden

3. Gib dir Zeit

Loslassen lernen und es umzusetzen ist ein Prozess und geht mit Veränderungen umher. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, um mit Veränderungen umzugehen. Und das ist gut so und vollkommen normal! Die meisten Menschen haben Angst vor Veränderungen, weil wir noch nicht einschätzen können, was Neues kommt.

4. Sei dir über die positiven Folgen bewusst

Mache dir bewusst, in deinem Leben besser wirst, wenn du loslässt. Was darfst du endlich hinter dir lassen? Schließe die Augen und male dir aus, den alten Ballast los zu lassen und gestärkt und munter in ein neues, glücklices Leben zu treten. Wie GUT fühlt sich das an!

5. Vermeide „Was wäre passiert, wenn“ Szenarien

Es bringt einfach nichts, sich im Nachhinein Gedanken zu machen, über „Was wäre passiert, wenn… „. Im Gegenteil, weil du dich dann immer noch mit dem Alten rumärgerst. Im Nachhinein kann man sich noch 100 Alternativen zurechtmalen und schön reden. Es war aber nicht so: Fakt ist, du konntest damals nicht anders und die Situation ist schon vorbei. Sei realistisch und akzeptiere was war.

 

6.   Lass die Ausreden

Welche Ausreden hast du parat, um nicht los zu lassen? Ein häufiger Grund ist auch, das wir uns ärgern, weil wir meinen, etwas zu verlieren. Nach dem Motto:

  • „Ich habe so viel Zeit, Geld, Kraft darin investiert. Ich habe ein Anrecht darauf, dass es klappt“.
  • „Wenn ich das aufgebe, was denken dann die Anderen über mich.“
  • „Wenn ich es aufgebe, wird es bestimmt schlechter.“
Verzichte darauf, dir etwas schön zu reden. Die Situation wird nicht mehr zurückkommen. Das Wichtige ist, wie du damit zurecht kommst.
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7. Von anderen Menschen lernen 

Auch wenn dir im ersten Moment nicht danach ist, reden mit anderen Menschen hilft dir beim Loslassen. Falls du Menschen kennst, die mit einer ähnlichen Situation bereits erfolgreich gemeistert haben, frage sie um Rat. Lese im Internet oder in Büchern nach und schaue dir Berichte an. Wie haben sie es geschafft? Das gibt dir wiederum Kraft, um weiterzumachen.

Und klar: Vermeide momentan Kontakt zu Menschen, die sich in einer ähnlichen Krise befinden und nicht loslassen können. Man muss ja die „Abwärtsspirale“ nicht auch noch herbeirufen.

8. Abschiedsritual

Eine hervorragende Übung ist das Abschiedsritual, denn es passt perfekt, wenn du etwas bewusst loslassen möchtest. z.B. den Ärger über eine bestimmte Person oder auch die Enttäuschung und Frustration über eine Situation, die daneben ging.
Es geht wie folgt:

 
  • Schreibe einen Brief an diese Person(en). Lasse deinen Emotionen freien Lauf und tobe dich aus. Das tut so gut!
  • Falls es keine Person ist, beschreibe die Situation, die dich schlecht fühlen lässt.
  • Lass den Brief gerne mal liegen und schreibe später weiter. Du wirst merken, dass wenn du im Fluss bist, es so richtig aus dir heraussprudelt!
  • DIESER BRIEF WIRD NICHT ABGESCHICKT!
  • Verreiße den Zettel und sage dabei immer wieder: „Das ist jetzt vorbei!“ und genieße es.
  • Wenn du fertig bist, verbrenne, vergrabe den Zettel oder spüle in die Toilette runter.

Es kann sein, dass du am Anfang etwas Zeit brauchst, um anzufangen. Lass dir Zeit. Ich brauche auch etwas Anlauf, wenn ich den nächsten Blogartikel schreibe. Das ist vollkommen in Ordnung. 

Falls dich Gegenstände an eine Person erinnern und du dich dabei unwohl fühlst: Überlege, ob du diese Sachen nicht entsorgen oder zumindest beiseite stellen möchtest.

9. Verbegung üben

  1.  Du bist selbst die Ursache: In dem Fall, dass du durch Verhalten eine wichtige Person aus deinem Leben tritt, stehe dazu und lerne darauf. Es geht nicht um Schuld, sondern diesen „Fehler“ in etwas Gutes zu transformieren. „Fehler“ ist für mich nichts Schlechtes oder Falsches, sondern es hat etwas „gefehlt“. Jetzt wissen wir es und lernen daraus.
  1. Jemand anderes hat sich verletzt: Es mag hart klingen, aber ich möchte ehrlich zu dir sein. Es bringt nichts, auf jemanden jahrelange sauer zu sein und ihm etwas nachzutragen. Das bindet nur negative Energien. Lasse los und vergebe.
  2. Manche denken, Vergebung ist Schwäche: Die Tatsache ist, es ist genau das Gegenteil. Vergeben ist ein Zeichen von Größe.

 

10. Defusion

Wenn Dir das alles noch nicht reicht, habe ich hier noch eine geniale Methodik: Defusion bedeutet unsere Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und sich bewusst davon zu trennen. (De-Fusion = Gegenteil von Fusion: Zusammeführen).
 
Mit Defusion kannst du auf humorvolle Art ablenken und dabei sogar noch Spaß haben.
 
  •  Suche dir einen Begriff aus, bei dem du dich schlecht, traurig fühlst oder jemanden über den du dich konstant aufregst
  • Jetzt schreibst du die einzelnen Buchstaben dieses Begriffs untereinander und schreibst das erste Wort, welches dir zu diesem Buchstaben einfällt dahinter. z.B.:
    EHEFRAU ☺.  E = Elefant, H = Haus, E = Eltern, F = Frost, R = Rakete, A = Ameise, U = Unkraut
  • Zu diesen Buchstaben denkst du dir eine Kurzgeschichte aus, mit all den Begriffen
Hier als Beispiel: Der Elefant sitzt in seinem Haus. Er möchte gerne zu seinen Eltern fahren, hat aber vorher nicht den Wetterbericht gehört. „Mist, diese Nacht gab es Frost und die Straßen sind bestimmt ganz rutschig. Was mache ist jetzt bloß?“. Er läuft auf und ab bis ihm der Gedanke kommt, seine Freundin die Ameise anzurufen. Diese erklärt sich spontan bereit, ihn abzuholen und mit ihrer Rakete zu seinen Eltern zu fliegen. Denn so sind die rutschigen Straßen kein Problem. „Aber erst wenn ich das Unkraut gejätet habe.“ Und so kamen beide unversehrt zum Ziel.
 
Diese Methodik „Defusion“ hilft dir ein bestimmtes Thema mit Abstand zu sehen und dabei auch noch Spaß zu haben.
 
 
 

Wie Buddha meinte:

"Ihr Menschen erwartet ein Leben ohne Probleme. Das Entscheidende ist aber, wie ihr mit den Problemen umgeht."
Ich kann mich nur wiederholen: Wir sind die Gestalter unseres Leben, nicht die Anderen. Wenn dich negative Gedanken davon abhalten, glücklich zu sein und ein erfülltes Leben zu führen, dann nimm die Aufgabe an, stehe auf und ändere es. 
 
JETZT! DU SCHAFFST ES ☺!
 
Alles Liebe,
Euer Runar
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